KassiOlino
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Viel Gemüse auf wenig Raum

 

Über mich


Ich bin Tini Vogt und wollte nie einen Garten! Als Kind habe ich Gartenarbeit immer gehasst. Mit diesen Worten fange ich jeden Gartenkurs an, aber zum Glück kann man seine Meinung ja ändern.
Es kam nämlich ganz anders. Ich würde gerne mit einer romantischen Geschichte anfangen, dass ich mich schon als Kind liebevoll um kleine Pflänzchen gekümmert und die meiste Zeit im Garten verbracht habe, aber das stimmt einfach nicht. 
Bevor wir in unser Haus gezogen sind, hatte ich zwar einen großen Balkon mit ein paar roten Geranien, die wollte ich wirklich schon als Kind haben, und ein paar Blumenkästen mit Erdbeeren, aber mehr auch nicht.
Mit dem Einzug in unser Haus vor über 17 Jahren bekam ich dann plötzlich einen gefühlt großen und leider auch total verwilderten und überwucherten Garten, mit dem ich nicht richtig etwas anzufangen wusste. Bei unserem Umzug war es Mitte Mai, so dass ich schnellstens irgendwo im Garten einen Quadratmeter Wiese umgegraben habe, um meinen Balkon - Erdbeeren eine neues Zuhause zu geben. Als mein Nachbar sah, was ich machte, teilte er mir sofort mit, dass das nicht funktionieren würde, da man Erdbeeren im August pflanzt. Nun, ich erntete Erdbeeren und im Nachhinein könnte man diese Begegnung als Anfang für meine Experimentierfreudigkeit im Garten sehen. Eines Tages kam meine Mutter mit ein paar übrig gebliebenen Buschbohnensamen um die Ecke. Die wurden auch gelegt und damit nahm alles seinen Lauf. 
Außerdem konnte ich mich der Tatsache, dass es eine grüne Fläche um unser Haus herum gab nicht komplett verschließen, schon gar nicht im Sommer. Auch bei einem ungenutzten Garten fallen einfach Tätigkeiten an, die man nicht wegdiskutieren kann. 

 Wenn man gerade ein Haus gekauft hat, ist das Geld meistens recht knapp und ich stellte fest, dass ich für zwei oder drei Mahlzeiten kein Gemüse kaufen musste, da wir Buschbohnen aus dem Garten hatten. Total lecker waren sie natürlich auch. 

Ich sträube mich immer vorhandene Möglichkeiten nicht zu nutzen. Ich hatte nun also einen Garten, in dem wirklich etwas gemacht werden musste, egal was und ich hatte Zeit. 
Den Winter über verschlang ich diverse Gartenbücher und fing im nächsten Frühjahr mit der Hilfe aber auch gegen den Widerstand meines Mannes an, ein größeres Beet anzulegen. Jedes Jahr kam ein bisschen dazu und ich probierte alles aus, was ich die Winter über gelesen hatte. So richtig überzeugt war ich immer noch nicht vom Gärtnern, aber ich habe es halt gemacht, habe viele Fehler gemacht, daraus gelernt und mich so langsam an den Garten und die Gartenarbeit gewöhnt und sie glücklicherweise letztlich auch lieben gelernt. 
Nach ein paar Jahren fing meine Haut an auf Spritzmittel zu reagieren und ich konnte nur noch Obst und Gemüse aus dem Bioladen essen. Oder eben aus dem Garten und sogar Sorten, die ich sonst nicht vertrug. Ich beschäftigte mich viel mit gesunder Ernährung und der Beschluss, so viel wie möglich selber anzubauen reifte allmählich heran. Denn was gibt es Schöneres, Leckeres oder Gesünderes als das Gemüse aus dem eigenen Garten? Und die Haushaltskasse entlastet es zudem auch noch beträchtlich. 
Natürlich kam zwangsläufig irgendwann die Tatsache auf mich zu, dass unser Garten viel zu klein ist, um meine vielen Wünsche und Ideen umsetzen. Ich fing an wirklich jede Ecke und jeden Winkel optimal zu nutzen. Obwohl ich schon vor 5 Jahren dachte, jetzt wäre alles ausgereizt, finde ich immer noch neue Möglichkeiten und neue Beetflächen. Es ist, als hätte man einen versteckten Garten in seinem eigentlichen Garten, wenn man sich nur einmal auf die Suche begibt und seinen Garten objektiv betrachtet und Dinge, die vielleicht schon immer so waren, aber nicht optimal sind, umgestaltet. So ist mein Garten einem ständigen Prozess unterworfen. Es entwickelt sich jedes Jahr so viel, dass es nie langweilig wird und ich immer wieder begeistert bin, wieviel Anbau auf so engem Raum möglich ist, ohne dass man gleich das Gefühl hat, in einem Gemüseanbaugebiet zu wohnen. Denn schön haben möchte ich es zwischen meinem ganzen Gemüse auch.
Für die komplette Selbstversorgung das ganze Jahr über reichte der Garten nicht aus. Daher haben wir seit ein paar Jahren eine Wiese gepachtet und haben unsere Beetfläche verdoppelt. Diesen Ort haben wir Paradies genannt, da es für uns ein langersehnter Traum war, eine Obstbaumwiese anzulegen und zusätzliche Beetfläche zu haben, um unseren Traum von Selbstversorgung leben zu können. Außerdem versuchen wir dort ein Paradies für Bienen und andere Insekten zu erschaffen, die es auf den Äckern in der monotonen Landschaft um uns herum doch recht schwer haben. Dort baue ich hauptsächlich Kartoffeln, Kürbisse und Kohl an, so dass wir uns inzwischen mit Obst und Gemüse komplett selber versorgen können und für gute Freunde bleibt immer noch etwas zum Teilen. Ingwer und Bananen kaufe ich allerdings weiter hinzu… 
In einem durchschnittlichen Jahr kann ich ohne Probleme gut 400 kg Gemüse und etwa 200 kg Obst in meinem Garten am Haus anbauen und das nur durch geschickte Nutzung und Planung. 
In regelmäßigen Kursen gebe ich mein erlerntes Gartenwissen weiter und möchte Menschen dazu inspirieren, ihren Garten zu nutzen und ihr eigenes Gemüse anzubauen. Es muss nicht jeder zum Selbstversorger werden, auch ein paar Tomaten oder Salatpflanzen auf dem Balkon machen schon einen Unterschied. Ein besseres Gefühl, eine erneute Verbindung zur Natur und zu den Jahreszeiten - Dinge, die uns im Laufe der letzten Jahrzehnte abhanden gekommen sind. 
Nicht zuletzt bekommen wir gesundes leckeres Gemüse, das nicht unreif geerntet, zur besseren Haltbarkeit begast wurde und in Plastik verpackt Tausende von Kilometern zurückgelegt hat, um dann bei uns in den Supermarktregalen zu landen.

 

 
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